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Wissenswertes
Besuch der Perrera Jerez
Wir wollten gemeinsam nach Jerez fliegen und uns einen kleinen Einblick verschaffen, was Marisol, unsere Tierschützerin in Spanien Tag täglich erleben und bewältigen muss.
Donnerstag 27.05.2010
Mit gemischten Gefühlen sitzen wir im Flieger nach Jerez. Wir freuen uns Marisol wiederzusehen, bzw. kennenzulernen. Hingegen allen Warnungen, nicht nach Jerez zu gehen und eine Perrera (Tötungsstation) zu betreten, wollen wir es mit allen Konsequenzen durchziehen.
Wir werden von Marisols Freundin Montse vom Flughafen abgeholt. Wie Marisol, holt auch Montse Hunde aus der Perrera und nimmt sie bei sich zu Hause auf, in der Regel haben beide Frauen im Schnitt 25 Hunde zu Hause.
Die Situation in Marisols Wohnung ist für uns fast unbegreiflich, 25 Hunde, davon 14 Galgos viele Hunde mittlerer Größe und zwischendrin 3 kleine Welpen 4 und 6 Wochen alt. Alle Hunde sind lieb und möchten nur eines: Zuwendung. Aber uns wird schnell klar, dass es keine bessere Alternative gibt. Was soll Marisol tun? Die Hunde in der Perrera, oder die die sie verletzt auf der Straße findet, ihrem Schicksal überlassen? Nein, das würden wir auch nicht tun, wenn wir in Spanien leben würden.
Freitag 28.05.2010
Um 10.00 Uhr geht es los und unser erstes Ziel ist die Perrera von Jerez. Unser Besuch muss kurz angekündigt werden und wir werden darauf hingewiesen, dass das fotografieren verboten ist, was uns allerdings weniger beeindruckt. In fast jedem Zwinger sitzen 2-3 Hunde, die meisten freundlich und wedelnd, in der Hoffnung mitgenommen zu werden.
Andere eher ängstlich und zitternd . In einem Zwinger sitzt ein völlig verwahrloster Hund (ca. 13 Jahre), der nur aus Fellklumpen besteht, die Augen entzündet und tränend, seine Zähne vereitert und doch so freundlich.....wer tut so etwas?
Der zweite Hund in diesem Zwinger bewegt sich kaum von seinem Fleck, zittert und schaut uns ängstlich an, was muss dieser kleine Kerl erlebt haben? Marisol sagte, er sei schwer misshandelt worden und ist stark traumatisiert.
Wir stehen ohnmächtig und hilflos vor den Zwingern und versuchen wenigstens ein paar dieser armen Seelen zu sichern. Wir möchten einen kleinen Kerl mitnehmen und ihn sofort in der Pension unterbringen, keine Chance.....er wurde gestern gefunden und muss nun 10 Tage an diesem schrecklichen Ort bleiben.
Eine hochträchtige Bodeguero Hündin wurde abgegeben und hat vor 4 Tagen ihre Babys in der Perrera bekommen, wir können nur hoffen das wir für die kleine Familie schnell eine Pflegestelle finden, sonst haben die Babys keine Chance.
Ein anderer Welpe wird gerade vor unseren Augen von seiner Besitzerin abgegeben. Für ihn ist das sein Todesurteil!
Uns wird ein halbtoter Welpe gebracht, für ihn gibt es nur noch die Erlösung und die möchte ihm Marisol so angenehm wie möglich machen. Wir fahren mit dem sterbenden Welpen zu Marisols Tierärztin, die die kleine Hündin sanft in Marisols Händen einschläfert.
Geschockt und traurig fahren wir weiter zur *Residence* in Santa Maria, an diesem Ort sitzen unsere gesicherten Hunde. Die Pension ist teuer und für jeden Hund müssen im Monat 75 Euro bezahlt werden. Obwohl die Hunde auch hier in Zwingern sitzen, geht es den Hunden gut, sie bekommen zu Fressen, haben Schlafplätze und Spielsachen. Jeder Zwinger hat einen kleinen Freilauf. Wir holen die Hunde heraus und lassen sie ein wenig herumspringen. Im Gegensatz zur Perrera ist dies ein Paradies.
Die Perrera und auch die Residenz befinden sich jeweils ca. 35 km von Marisols Wohnung entfernt. Sie versucht so oft wie möglich, die Hunde in der Tötung zu versorgen und sich um die Hunde in der Residenz zu kümmern.
Weiter geht's zu Manoli einer lieben Frau, die Marisol hilft, indem sie für Welpen und kleine Hund als Pflegestelle zur Verfügung steht
Samstag 29.05.2010
Heute soll schon unser Abflug sein. Montse holt uns um 14.00 Uhr bei Marisol ab und wir haben uns entschlossen, einen weiteren Hund mit nach Deutschland zu nehmen. Wir hoffen, dass am Flughafen in Sevilla alles klappt. Der Abschied fällt schwer und wir versprechen Marisol wiederzukommen.
Wir sind froh, als wir im Flugzeug sitzen, mit der Gewissheit 9 Hunden zu einem besseren Leben in Deutschland zu verhelfen. Für 4 Hunde geht es direkt zu ihren neuen Familien. 5 Hunde können erst mal in Pflegefamilien zur Ruhe kommen.
Glücklich landen wir um 22.30 Uhr in Bremen und wir sind uns sicher, dass wir noch einige Zeit brauchen, um diese eindrucksvolle und schwere Reise zu verarbeiten.
Unserer Tierschützerin Marisol in Spanien gehört unsere ganze Hochachtung und Bewunderung.
Sie lebt für die Rettung der Hunde.
Sabine Bijnen und Daniela Röthele vom Team "Hunderettung aktiv"



















